KreditverträgeCovenant-Management als Instrument der Unternehmensführung nutzen
Covenants gehören heute zum Standard vieler Kreditverträge im Mittelstand. Sie dienen Banken als Instrument der Risikoüberwachung, bedeuten für Unternehmen aber zusätzliche Anforderungen. Der Beitrag zeigt, wie KMU Covenants nicht nur erfüllen, sondern aktiv für eine wertorientierte Steuerung nutzen können. Im Mittelpunkt steht dabei der Cash Value Added (CVA) als zentrale Kennzahl, aus der abteilungsbezogene Zielgrößen abgeleitet werden. So wird das Covenant-Management vom reinen Bankthema zu einem Instrument der Unternehmensführung.
1. Problemstellung
Mittelständische Unternehmen in Deutschland stehen bei der Finanzierung zunehmend unter Druck. Drei zentrale Herausforderungen prägen die aktuelle Situation:
- Niedrige Eigenkapitalquoten: KMU verfügen im Durchschnitt nur über 22 bis 35 % Eigenkapital, ein Drittel ist sogar zu mehr als 60 % fremdfinanziert.
- Steigende Insolvenzen: 2024 gab es rund 21.800 Unternehmensinsolvenzen (+ 22 % gegenüber 2023). Auch 2025 setzt sich dieser Trend fort.
- Schwache Konjunktur: Rezessionstendenzen und geringe Wachstumsimpulse belasten viele Branchen zusätzlich.
In diesem strukturellen und konjunkturellen Spannungsfeld stehen mittelständische Unternehmen vor der schwierigen Aufgabe, ihre finanzielle Stabilität und Kreditwürdigkeit zu sichern. Das traditionelle Hausbankprinzip, also die enge, meist langfristige Beziehung zwischen Unternehmen und Kreditinstitut, bleibt ein Stabilitätsanker und spielt weiterhin eine zentrale Rolle. Die Beziehung zur Hausbank wird jedoch durch regulatorische Vorgaben wie Basel IV, MaRisk und CRR III ergänzt. Banken setzen daher zunehmend auf Covenants, um Risiken dynamisch zu überwachen und frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. KMU stehen somit vor der zentralen Frage: Wie kann ein systematisches Covenant-Management etabliert werden, das die Kreditwürdigkeit sichert und zugleich Handlungsspielräume für die Finanzierung und Unternehmensentwicklung wahrt?
2. Die Sichtweise der Banken und die Rolle von Covenants
Für Banken steht bei der Kreditvergabe die Risikosteuerung im Vordergrund. Drei Aspekte sind dabei zentral:
- 1. Rating als Basis: Das interne Rating bildet die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens ab, ist jedoch stichtagsbezogen und somit statisch. Es liefert die Grundlage für die Berechnung der Risikokosten (erwartete Verluste) sowie der regulatorischen Eigenkapitalunterlegung (unerwartete Verluste).
- 2. Zinskalkulation: Die Zinskonditionen werden zum Zeitpunkt der Kreditvergabe auf Basis des Ratings, der Sicherheiten und der Marktlage festgelegt. Ohne vertragliche Anpassungsklauseln bleiben die Konditionen während der gesamten Laufzeit unverändert.
- 3. Rolle der Covenants: Die Unternehmensentwicklung ist dynamisch, das Rating hingegen nicht. Zwischen zwei Ratingzyklen können sich das Marktumfeld, die Bonität und die Liquiditätslage erheblich verändern, ohne dass sich dies unmittelbar auf die Kreditkonditionen auswirkt. Genau diese Lücke schließen Covenants. Banken nutzen sie, um Risiken während der Laufzeit zu überwachen und im Bedarfsfall reagieren zu können, beispielsweise durch Nachbesicherungen, Zinsaufschläge oder Kündigungsrechte.Covenants ergänzen das statische Rating um eine laufende Überwachung
Aus Sicht der Banken sind Covenants daher vertragliche Zusatzvereinbarungen, die es ermöglichen, während der Kreditlaufzeit auf Abweichungen zu reagieren. Sie verpflichten Unternehmen, bestimmte finanzielle Kennzahlen oder nichtfinanzielle Bedingungen einzuhalten und regelmäßig offenzulegen. Damit erhält die Bank Frühwarnsignale bei negativer Geschäftsentwicklung, Handlungsoptionen bei Verstößen und Transparenz über die laufende Geschäftslage. Es gibt hauptsächlich zwei Arten von Covenants:
Übersicht — Gängige Financial Covenants in Kreditverträgen von KMU |
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- 1. Financial Covenants basieren auf Bilanz- und Erfolgskennzahlen wie der Eigenkapitalquote, dem Verschuldungsgrad und dem Zinsdeckungsgrad, Liquiditätskennzahlen und Cashflow-Kennzahlen. Sie sind quantitativ, messbar und häufig direkt mit den Planzahlen des Unternehmens verknüpft.Financial Covenants sind quantitativ und messbar
- 2. Non-Financial (oder Operating) Covenants betreffen qualitative oder verhaltensbezogene Verpflichtungen, z. B. Informationspflichten (regelmäßige Reporting-Vorgaben), Ausschüttungsbeschränkungen (Dividenden, Gesellschafterdarlehen), Investitions- oder Akquisitionsverbote, die Einhaltung von Compliance- oder ESG-Vorgaben sowie Zustimmungspflichten bei größeren Strukturänderungen. Sie erweitern die Einflussmöglichkeiten der Bank über rein finanzielle Aspekte hinaus.Non-Financial Covenants betreffen qualitative oder verhaltensbezogene Verpflichtungen
Beachten Sie — Die konkrete Auswahl und die Grenzwerte werden stets unternehmens- und branchenspezifisch festgelegt. Sie orientieren sich auch an den Planzahlen, die im Rahmen der Kreditverhandlungen vorgelegt werden.
3. Von Covenants zur wertorientierten Unternehmenssteuerung
Covenants knüpfen in Kreditverträgen typischerweise an zentrale Finanzgrößen wie Rentabilität, Verschuldungsgrad und Liquidität an. Diese Faktoren hängen direkt mit den Kapitalkosten sowie dem operativen Cashflow und damit mit der wertorientieren Unternehmenssteuerung zusammen. Sie entscheiden darüber, ob ein Unternehmen seine Kapitalgeber bedienen und gleichzeitig Wert schaffen kann. Damit ergibt sich eine klare Schnittstelle: Was die Bank als Kontrollinstrument fordert, lässt sich vom Unternehmen als Steuerungsinstrument nutzen. Für KMU bedeutet das: Covenants sollten nicht isoliert als vertragliche Nebenpflichten betrachtet, sondern in ein System eingebettet werden, das auf Shareholder-Value-Management basiert. Ein besonders geeigneter Ansatz ist der CVA:
CVA = Brutto-Cashflow – ökonomische Abschreibungen – (Kapitalkosten × BV) | |
| Zahlungsüberschuss aus laufender Geschäftstätigkeit vor Investitionen und Finanzierung |
| Zahlungen, die erforderlich sind, um die eingesetzte Kapitalbasis durch Ersatzinvestitionen real zu erhalten |
| Durchschnittliche Finanzierungskosten eines Unternehmens, bestehend aus den Kosten für Fremdkapital (z. B. Kreditzinsen) und den Renditeanforderungen der Eigenkapitalgeber |
| Summe der betriebsnotwendigen Vermögensgegenstände zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten |
Der CVA zeigt damit unmittelbar, ob ein Unternehmen genügend Liquidität erwirtschaftet, um seine Kapitalbasis zu sichern und darüber hinaus Wert zu schaffen. Aus dieser übergeordneten Kennzahl lassen sich wiederum operative Treibergrößen ableiten, die den klassischen Covenants entsprechen – etwa Forderungslaufzeiten, Lagerumschlag oder Verschuldungsgrad. So wird eine Brücke geschlagen: Covenants spiegeln die Erwartungen der Bank wider und der CVA verknüpft diese Erwartungen mit der internen Steuerung. Der CVA lässt sich gezielt durch operative Maßnahmen beeinflussen. Dadurch wird sichtbar, wie Entscheidungen in einzelnen Bereichen sowohl den Unternehmenswert als auch die Einhaltung von Covenants berühren.
Einfluss von operativen Maßnahmen auf den CVA | ||
Maßnahme | Wirkung auf Stellhebel | Einfluss |
Strikteres Forderungsmanagement | Höherer Cashflow, weniger Kapitalbindung | CVA ↑ |
Optimierung der Lagerhaltung | Geringere Vorräte, niedrigere Kapitalkosten | CVA ↑ |
Investition in effiziente Anlagen | Kurzfristig höhere Abschreibungen, langfristig geringere Auszahlungen | CVA ↓↑ |
Übermäßige Dividendenausschüttung | Mehr Fremdfinanzierung, höhere Kapitalkosten | CVA ↓ |
4. Covenant-Management in der Kreditverhandlung
In der Praxis stellt sich zunächst die Frage, wie Covenants überhaupt in den Kreditvertrag aufgenommen werden. Entscheidend ist dabei die Verhandlungsphase mit der Bank. Grundsätzlich gilt: Covenants müssen zum Unternehmen passen. Weder starre Standardwerte noch pauschale Benchmarks sind zielführend. Vielmehr sollten branchenspezifische Besonderheiten, die Unternehmensgröße und die individuelle Geschäftsdynamik berücksichtigt werden. Ausgangspunkt sind die Vergangenheitsdaten sowie ein aktueller Businessplan, der die Planungsprämissen nachvollziehbar macht. Auf dieser Basis können realistische Grenzwerte definiert und zugleich Sicherheitspuffer eingebaut werden, um unerwartete Schwankungen abzufedern. Wesentlich ist, dass beide Seiten die Konsequenzen möglicher Covenant-Brüche bereits in der Verhandlungsphase thematisieren:
- Welche Informationspflichten bestehen?
- Welche Fristen gelten?
- Welche Reaktionen sind vorgesehen – von Nachbesicherung über Zinsanpassungen bis hin zu Kündigungsrechten?
Umgekehrt sollten auch positive Entwicklungen berücksichtigt werden. So können Banken bei übertroffenen Covenant-Werten oder verbesserten Ratings Zinsverbesserungen gewähren, Covenants lockern oder Sicherheiten freigeben. Schließlich verbessert sich dadurch auch ihre eigene Risiko- bzw. Eigenkapital-Kostenkalkulation. Covenants sind somit nicht nur Kontrollinstrumente der Banken, sondern auch Gestaltungselemente, die im Dialog zwischen Kreditgeber und Unternehmen sorgfältig ausgehandelt werden sollten.
Übersicht — Fünf Grundsätze für die Kreditverhandlung zu Covenants |
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5. Umsetzung der Covenants im betrieblichen Alltag
Sind die Covenants vertraglich vereinbart, besteht die eigentliche Herausforderung in ihrer kontinuierlichen Überwachung und Umsetzung im Unternehmen. Die Verantwortung dafür liegt nicht allein bei der Geschäftsführung, sondern sollte mithilfe geeigneter Steuerungsinstrumente im gesamten Betrieb verankert werden. Eine sinnvolle Struktur bietet das Konzept der Balanced Scorecard (BSC). Es kann als Rahmen dienen, um die vereinbarten Finanzkennzahlen aus den Covenants auf operative Teilziele und Verantwortungsbereiche herunterzubrechen. Dadurch wird deutlich, welchen Beitrag einzelne Unternehmensbereiche zum Erreichen der Covenant-Vorgaben leisten. So lassen sich z. B. Liquiditäts- und Cashflow-Kennzahlen dem Finanz- und Rechnungswesen, Rentabilitätsgrößen den Bereichen Vertrieb und Produktion sowie Verschuldungs- und Eigenkapitalkennzahlen der Geschäftsführung bzw. dem Finanzmanagement zuweisen. Ergänzend sollten regelmäßige Soll-Ist-Vergleiche und Frühwarnindikatoren eingerichtet werden, um Abweichungen rechtzeitig zu erkennen. Auf diese Weise wird das Covenant-Management zu einem integralen Bestandteil der Unternehmenssteuerung.
Zur Veranschaulichung sei ein mittelständisches Produktionsunternehmen betrachtet, dessen Kreditvertrag folgende drei Covenants enthält:
- 1. Verschuldungsgrad (Net Debt/Equity) ≤ 1,5Finanzkennzahlen aus den Covenants ...
- 2. Zinsdeckungsgrad (EBITDA/Zinsaufwand) ≥ 4,0
- 3. Current Ratio (Umlaufvermögen/kurzfristige Verbindlichkeiten) ≥ 1,2
Damit diese Kennzahlen nicht nur überwacht, sondern auch aktiv gesteuert werden, ist es sinnvoll, sie in operative Kennzahlen zu übersetzen und Verantwortlichkeiten zuzuordnen. Durch diese Zuordnung erkennen die Verantwortlichen in den jeweiligen Bereichen, welche Stellhebel sie konkret beeinflussen können, um die Covenants einzuhalten. Gleichzeitig wird das Covenant-Monitoring in die tägliche Unternehmenssteuerung integriert und die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Dies ist ein zentraler Erfolgsfaktor – gerade in KMU mit begrenzten Controlling-Ressourcen.
Beispiel: Übersetzung typischer Covenants in interne Steuerungsgrößen | |||
Covenant-Kennzahl | Abgeleitete Kennzahlen | Verantwortungsbereich | Zielrichtung für Maßnahmen |
Verschuldungsgrad | Anteil Investitionen aus Eigenmitteln | Geschäftsführung/Finanzierung | Reinvestitionen aus Cashflow, Bilanzstruktur stärken |
Zinsdeckungsgrad | Umsatzrendite, Fixkostenquote | Produktion/Vertrieb | Margenstärkung, Kostenreduktion |
Current Ratio | Forderungslaufzeit (DSO) Lagerumschlagshäufigkeit | Finanzbuchhaltung/Einkauf/Vertrieb | Liquiditätssicherung, Working-Capital-Optimierung, Mahnwesen verbessern |
Auf Grundlage der zuvor dargestellten Covenant-Kennzahlen kann eine einfache BSC entwickelt werden, die operative Ziele, Verantwortlichkeiten und Kennzahlen in Einklang mit der wertorientierten Steuerung (CVA) bringt.
Beispiel: Balanced Scorecard zur CVA-Steigerung | |||
Steuerbereich der BSC | Kennzahl | Strategisches Ziel und Zielwert | Verantwortlich im Unternehmen |
Finanzperspektive | Brutto-Cashflow | Operativer Cashflow ≥ 110 % des Vorjahrs | Geschäftsführung/Controlling |
Kundenperspektive | Forderungslaufzeit (DSO) | ≤ 35 Tage | Vertrieb/Finanzbuchhaltung |
Prozessperspektive | Lagerumschlagshäufigkeit | ≥ 8 Umläufe p. a. | Einkauf/Produktion |
Lern- und Entwicklungsperspektive | Verbesserungsvorschläge pro Mitarbeiter und Jahr | ≥ 2 | Personal/Produktionsleitung |
Rentabilitätsperspektive | EBITDA-Marge | ≥ 12 % | Controlling/Geschäftsführung |
Diese vereinfachte BSC verdeutlicht, wie sich CVA-orientierte Steuerung und Covenant-Management miteinander verknüpfen lassen.
6. Verhalten bei drohendem Covenant-Bruch
Trotz sorgfältiger Planung und regelmäßiger Kontrolle kann es während der Kreditlaufzeit vorkommen, dass sich abzeichnet, dass ein oder mehrere Covenants nicht eingehalten werden. In diesem Fall ist es entscheidend, frühzeitig und strukturiert zu handeln – und nicht erst, wenn die Bank das Thema anspricht. Banken schätzen es, wenn Kreditnehmer frühzeitig reagieren, Handlungsbereitschaft zeigen und belastbare Maßnahmen präsentieren.
6.1 Bilanzpolitische Gestaltungsspielräume nutzen
Zunächst sollten, soweit rechtlich und sachlich vertretbar, bilanzpolitische Maßnahmen geprüft werden, um ein realistisches Bild der wirtschaftlichen Lage zu vermitteln und dieses nicht unnötig zu verschlechtern. Dazu zählen:
- Sachverhaltsgestaltung, z. B. zeitliche Verschiebung von Lieferungen oder Zahlungen nach dem Bilanzstichtag, Verbesserung des Forderungsmanagements
- Ansatzwahlrechte, z. B. Aktivierung von Entwicklungskosten, soweit zulässig
- Bewertungswahlrechte, z. B. vorsichtige, aber konsistente Bewertung von Rückstellungen oder Vorräten
6.2 Externen Rat einholen
Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Unternehmensberater sollten frühzeitig eingebunden werden. Sie können dabei helfen, Kennzahlenwirkungen zu quantifizieren, Dokumentationen aufzubereiten und Argumentationslinien für das Gespräch mit der Bank vorzubereiten.
6.3 Gesprächsvorbereitung mit der Bank und mögliche Gesprächsinhalte
Vor dem Bankgespräch ist eine fundierte Ursachenanalyse erforderlich:
- Welche Faktoren führen zur drohenden Abweichung?Fundierte Ursachenanalyse erforderlich
- Welche Gegenmaßnahmen sind eingeleitet oder geplant?
- Wie wirken sich diese Maßnahmen auf die betroffenen Kennzahlen aus?
Mögliche Gesprächsinhalte könnten dann sein:
Merke — Covenant-Verletzungen müssen nicht zwangsläufig zu Kreditkündigungen führen. Wichtig ist, dass Unternehmen frühzeitig reagieren, ihre Position kennen und mit belastbaren Daten sowie glaubwürdigen Maßnahmen in das Bankgespräch gehen.
Übersicht — Typische Fehler im Umgang mit Covenant-Brüchen |
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Fazit — Steigende Insolvenzzahlen, eine vorsichtigere Kreditvergabe und der wachsende regulatorische Druck auf Banken führen dazu, dass Finanzierungen stärker überwacht und gesteuert werden. Für KMU bedeutet das: Covenants sind keine reine Formalität, sondern ein zentrales Element professioneller Finanzkommunikation. Wer die Logik der Banken versteht, kann Covenants aktiv gestalten, statt sie nur passiv zu erfüllen. Grundlage dafür sind realistische Kennzahlen, transparente Businesspläne und eine offene Kommunikation. Besonders effektiv wird Covenant-Management, wenn es mit einer wertorientierten Unternehmenssteuerung verknüpft wird. Die Einbindung von Covenants in ein einfaches, aber systematisches Kennzahlensystem – etwa auf Basis des CVA – schafft Transparenz und fördert ein gemeinsames Verständnis von Wert und Risiko. Covenant-Management ist somit kein bürokratischer Zusatzaufwand, sondern ein Führungsinstrument, das zur Stärkung der finanziellen Stabilität beiträgt. Es ermöglicht Banken und Unternehmen, auf einer gemeinsamen Datenbasis zu agieren, Risiken frühzeitig zu erkennen und Chancen gezielt zu nutzen. Entscheidend ist, dass Verantwortlichkeiten klar geregelt, Kennzahlen regelmäßig überprüft und Abweichungen offen kommuniziert werden. Für den Mittelstand bietet dies eine doppelte Chance: Finanzierungssicherheit und eine stärkere Ausrichtung auf nachhaltige Wertschöpfung.
- Vereinbarung einer temporären Anpassung oder Aussetzung der Covenant-Grenzwerte
- Nachreichung aktueller Zwischenzahlen oder Forecasts, um die Entwicklung nachvollziehbar zu machen
- Diskussion kompensierender Sicherheiten oder – im positiven Fall – Reduktion von Sicherheiten bei nachhaltiger Verbesserung
- Zinsanpassungen oder Stundungsvereinbarungen als Übergangslösung
- Deloitte, Kreditmarkt-Insights 2025, Banken rechnen mit steigenden Kreditausfällen, März 2025
- Kaplan, R. S., Norton, D. P., Balanced Scorecard. In: Boersch, C., Elschen, R. (Hrsg.) Das Summa Summarum des Management. 1. Aufl. 2007, S. 137–148, Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler, GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden
- Rappaport, A., Shareholder Value – Ein Handbuch für Manager und Investoren, 2. Aufl. 1999, Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart
- Viets, A., Heitzer, B., Leker, J., Covenants im Firmenkundengeschäft. In: Corporate Finance, Nr. 11 – 12, 24.11.2023, S. 263 – 269
- Zirkler, B., Hofmann, J., Schmolz, S., Auswirkungen der Anforderungen durch Basel IV auf kleinere und mittlere Unternehmen. In: Controlling und Basel IV in der Unternehmenspraxis. 2. Aufl. 2020, S. 181 – 209, Springer Gabler, Wiesbaden
- statista, Durchschnittliche Eigenkapitalquoten von mittelständischen Unternehmen in Deutschland nach Beschäftigtengrößenklassen von 2009 bis 2023: iww.de/s14631
- IfM Bonn, Gründungen und Unternehmensschließungen: iww.de/s14632
AUSGABE: BBP 1/2026, S. 22 · ID: 50640353