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KBV-Honorarbericht Honorarplus bei Haus- und Kinderärzten im 1. Halbjahr 2024 – „Entbudgetierungs-Potenzial“

Leseprobe30.01.20263 Min. Lesedauer IWW

Die KBV hat nun die Honorarberichte für die beiden ersten Quartale 2024 veröffentlicht (siehe iww.de/s13044). Von besonderem Interesse sind die Honorardaten für die Hausärzte: Die Auszahlungsquoten hausärztlicher Leistungen erlauben eine Einschätzung der Auswirkungen der Hausarzt-Entbudgetierung im jeweiligen KV-Bereich. Es folgen die wichtigsten Daten aus den Honorarberichten für Hausärzte sowie für Kinder- und Jugendärzte.

Hausärzte-Honorar steigt um 330 Mio. Euro

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Honorarumsatz der Hausärzte in den beiden ersten Quartalen 2024 bundesweit um 4,9 Prozent bzw. rund 330 Mio. Euro angestiegen. Da die Zahl der Behandlungsfälle um lediglich 0,9 Prozent zugelegt hat, ergibt dies eine Erhöhung des Fallwerts um 4,0 Prozent.

Hausärzte in Sachsen-Anhalt Umsatz-Spitzenreiter

In der nachfolgenden Tabelle sind die Umsätze, Fallzahlen und Fallwerte des 1. Halbjahres 2024 nach KVen dargestellt.

KV-Honorare für Hausärzte im 1. Halbjahr 2024 (nach KV-Bezirken)

KV-Bezirk

KV-Umsatz in Euro, je Arzt* u. Quartal

Fälle 1. Hj 2024 je Arzt* u. Quartal

Fallwert

in Euro

Baden-Württemberg

53.662

700

76,70

Bayern

67.396

847

79,60

Berlin

63.470

878

72,27

Brandenburg

78.203

993

78,74

Bremen

66.425

988

67,23

Hamburg

57.907

908

63,75

Hessen

66.158

984

67,21

Mecklenburg-Vorpommern

79.412

994

79,91

Niedersachsen

79.686

1.012

78,75

Nordrhein

65.407

890

73,49

Rheinland-Pfalz

73.730

941

78,35

Saarland

72.595

954

76,06

Sachsen

65.843

957

68,80

Sachsen-Anhalt

83.146

1.061

78,40

Schleswig-Holstein

69.899

907

77,06

Thüringen

81.282

1.026

79,26

Westfalen-Lippe

69.423

981

70,79

Durchschnitt alle KVen

68.079

907

75,09

Den höchsten durchschnittlichen Honorarumsatz erzielten – wie in den Vorjahren – die Hausärzte in der KV Sachsen-Anhalt mit 83.146 Euro, gefolgt von Thüringen mit 81.282 Euro: Schlusslicht in der Umsatzstatistik – ohne Berücksichtigung der KV Baden-Württemberg aufgrud des in den KBV-Daten nicht enthaltenen Honorars aus Selektivverträgen – ist Hamburg mit 57.907 Euro, gefolgt von Berlin mit 63.470 Euro.

Die Fallwerte schwanken zwischen 79,91 Euro in Mecklenburg-Vorpommern und 63,75 Euro in Hamburg.

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die unterschiedlichen Veränderungen im Honorarumsatz: Während der Honorarumsatz je Arzt bundesweit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent gestiegen ist, beträgt die Steigerungsrate in Mecklenburg-Vorpommern fast 15 Prozent. Auch die KVen Berlin und Thüringen verzeichnen überdurchschnittliche Steigerungen. Demgegenüber liegen die Steigerungsraten in den KVen Baden-Württemberg und Sachsen deutlich unter dem Durchschnitt.

Kinderärzte-Honorar steigt um 74 Mio. Euro

Die Entwicklung bei den Kinder- und Jugendärzten zeigt ein ähnliches Bild: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Honorarumsatz in den beiden ersten Quartalen 2024 bundesweit um ca. 74 Mio. Euro bzw. 7,2 Prozent, die Fallzahl um 3,0 Prozent gestiegen. Die Erhöhung des Fallwertes beträgt ca. 4,1 Prozent.

KV-Honorare für Kinder- & Jugendärzte im 1. Halbjahr 2024 (nach KV-Bezirken)

KV-Bezirk

KV-Umsatz in Euro, je Arzt* u. Quartal

Fälle je Arzt* und Quartal

Fallwert in Euro

Baden-Württemberg

74.788

999

74,84

Bayern

78.476

996

78,81

Berlin

80.669

1.003

80,39

Brandenburg

80.083

1.137

70,45

Bremen

85.971

1.113

77,26

Hamburg

95.651

1.081

88,49

Hessen

94.934

1.186

80,07

Mecklenburg-Vorpommern

79.123

1.038

76,24

Niedersachsen

85.673

1.117

76,67

Nordrhein

89.443

1.227

72,88

Rheinland-Pfalz

77.985

1.009

77,30

Saarland

78.256

1.112

70,35

Sachsen

76.517

1.097

69,72

Sachsen-Anhalt

79.347

1.142

69,50

Schleswig-Holstein

88.409

1.131

78,17

Thüringen

76.629

1.061

72,22

Westfalen-Lippe

93.466

1.322

70,70

Durchschnitt aller KVen

83.296

1.104

75,48

Den höchsten durchschnittlichen Honorarumsatz erzielten die Kinder- und Jugendärzte in der KV Hamburg mit 95.651 Euro, gefolgt von Hessen mit 94.934 Euro; Schlusslicht in der Umsatzstatistik sind Baden-Württemberg mit 74.788 Euro und Sachsen mit 76.517 Euro.

Die Fallwerte schwanken zwischen 88,49 Euro in Hamburg und 69,50 Euro in Mecklenburg-Vorpommern.

Folgerungen für die Hausarzt-Entbudgetierung

Aus den in den KBV-Honorarberichten enthaltenen Auszahlungsquoten (Verhältnis des ausgezahlten Honorars zu den insgesamt abgerechneten Leistungen) ist eine Tendenz zu den finanziellen Auswirkungen – bezogen auf den KV-Bereich – der Entbudgetierung hausärztlicher Leistungen, die seit dem Quartal IV/2025 gilt, erkennbar. Danach dürften Hausärzte in den KVen mit niedrigen Auszahlungsquoten vorrangig von der Entbudgetierung profitieren. Dies betrifft insbesondere Hausärzte in der KV Hamburg, aber auch in den KVen Berlin, Nordrhein und Sachsen.

Demgegenüber dürften die finanziellen Auswirkungen der Entbudgetierung in den KVen Bayern, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz überschaubar sein. In diesen KVen haben die Hausärzte nämlich zumindest im 1. Halbjahr 2024 bereits die hausärztlichen Leistungen zu 100 Prozent (und mehr) vergütet erhalten.

KV-Ranking der Auszahlungsquoten bei KV-Honoraren für Hausärzte im 1. Halbjahr 2024

Rang

KV

Auszahlungsquoten 1. Halbjahr 2024

Differenz bis zu 100 % (quasi das „Potenzial“)

1.

Mecklenburg-Vorpommern

105,2 %

-5,20 %

2.

Bayern

104,7 %

-4,70 %

3.

Bremen

100,0 %

0,00 %

4.

Rheinland-Pfalz

100,0 %

0,00 %

5.

Thüringen

99,6 %

0,40 %

6.

Brandenburg

98,4 %

1,60 %

7.

Schleswig-Holstein

98,3 %

1,70 %

8.

Hessen

97,6 %

2,40 %

9.

Westfalen-Lippe

97,5 %

2,50 %

10.

Niedersachsen

97,1 %

2,90 %

11.

Baden-Württemberg

95,7 %

4,30 %

12.

Saarland

94,8 %

5,20 %

13.

Sachsen-Anhalt

94,0 %

6,00 %

14.

Nordrhein

93,2 %

6,80 %

15.

Berlin

92,8 %

7,20 %

16.

Sachsen

92,5 %

7,50 %

17.

Hamburg

81,2 %

18,80 %

Durchschnitt alle KVen

97,4 %

2,60 %

AUSGABE: AAA 2/2026, S. 2 · ID: 50692823

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