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CME-BeitragZusammenhänge zwischen Wurzelkaries und anderen identifizierten Faktoren

Abo-Inhalt17.12.2025195 Min. Lesedauer

Das Risiko für Wurzelkaries steigt mit dem Alter. Um rechtzeitig präventive Maßnahmen ergreifen zu können, ist eine frühe Identifizierung weiterer Risikofaktoren sinnvoll.

Prävalenz von Wurzelkaries

Die Prävalenz der Wurzelkaries nimmt mit zunehmendem Alter zu, weil mehr Wurzeloberflächen freiliegen. Da auch die Lebenserwartung ansteigt und ältere Patienten weniger Zahnverlust als früher erleiden, ist die Wurzelkaries in Praxen eine neue Herausforderung. So wird noch in der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 5) berichtet, dass in der Altersgruppe der jüngeren Senioren (65–74 Jahre) 32 Prozent der Patienten mit Restbezahnung an mindestens einem Zahn Wurzelkaries hat, wobei männliche Patienten häufiger betroffen sind [1]. Laut aktuellem DMS 6 wiesen dagegen 65- bis 74-Jährige eine Karieserfahrung von 17,6 Zähnen auf, die vor allem durch mehr Zahnerhalt bestimmt wurde, zahnlos waren 5,0 Prozent. Die Prävalenz der Wurzelkaries betrug bei den 35- bis 44-Jährigen 9,9 Prozent und bei den 65- bis 74-Jährigen 52,5 Prozent [2].

Korrelation zu Multimorbidität

Ältere amerikanische Studienteilnehmer wurden auf den Zusammenhang zwischen Multimorbidität und Wurzelkaries untersucht [3]. Als die fünf Krankheiten der Multimorbidität wurden hier

  • Diabetes,
  • Krebs,
  • koronare Herzkrankheit (KHK),
  • chronische Lungenerkrankung und
  • Schlaganfall berücksichtigt.

Von den teilnehmenden 3.274 bezahnten Patienten (Durchschnittsalter 63,6 Jahre) hatten 18,2 Prozent Wurzelkaries. Es zeigte sich, dass die Anzahl der Krankheiten bei Multimorbidität signifikant mit Wurzelkaries verbunden war. Allerdings war dieser Zusammenhang dann nicht mehr statistisch signifikant, wenn zusätzlich die Risikofaktoren Rauchen und Häufigkeit der Vorstellung in der Zahnarztpraxis in die Analyse mit einbezogen wurden. Neben dem Tabak- gilt auch der Alkoholkonsum als weiterer, die Wurzelkaries begünstigender Faktor [4].

Die Autoren der amerikanischen Studie [3] erklärten sich den Zusammenhang von Wurzelkaries und Multimorbidität mit der Mundtrockenheit als Folge der medikamentösen Verordnungen im Rahmen der Behandlung der genannten Krankheiten. Demzufolge müssten bei multimorbiden Patienten entsprechende präventive Maßnahmen gegen Wurzelkaries umgesetzt werden.

Identifikation von Hochrisikogruppen

Die gezielte Prävention und Behandlung von Wurzelkaries werden dann leichter, wenn man weiß, welcher Personenkreis ein hohes Risiko dafür trägt.

Eine deutsch-chinesische Arbeit [5] stellte dazu fest, dass neben

  • dem systemischen Krankheitsgeschehen und
  • dem Vorliegen von Xerostomie
  • ein schlechter oraler Zustand und
  • mangelhafte Mundhygiene,
  • das weibliche Geschlecht,
  • ein höheres Alter,
  • mehr Taschen,
  • stärkerer Attachmentverlust,
  • nicht vorhandener Zahnersatz und
  • geringes Wissen über Mundgesundheit

ein hohes Risiko für Wurzelkaries beherbergen. Diese Faktoren bedürfen deshalb einer gezielten Intervention, so die Wissenschaftler.

Eine Studie zu den Risikofaktoren für die jährliche Inzidenz und Progression von Wurzelkaries bei älteren Menschen mit Pflegebedarf über einen einjährigen Beobachtungszeitraum [6] kommt hinsichtlich des Geschlechts, das die Prävalenz von Wurzelkaries beeinflusst, indes zu einem anderen Ergebnis: Als Risikofaktoren für die jährliche Wurzelkaries-Inzidenz wurden Pflege in der eigenen Wohnung, männliches Geschlecht, Zähne, an denen ein Klammerarm befestigt ist und ein höheres Alter ausgemacht. Insgesamt entwickelten in dieser Zeit 59,6 Prozent der Probanden mindestens eine Wurzelkaries.

Serumspiegel von Alpha-Carotin und Wurzelkaries

Forscher untersuchen immer wieder die Rolle von Vitaminen auf die Mundgesundheit, nun auch hinsichtlich der Wurzelkaries. Eine aktuelle Studie [7] konnte einen Zusammenhang zwischen dem Serumspiegel von Alpha-Carotin – einem Antioxidans sowie Vorstufe von Vitamin A – und dem Auftreten von Wurzelkaries bei erwachsenen US-Amerikanern beobachten: Niedrigere Serumspiegel waren mit einer höheren Prävalenz von Wurzelkaries assoziiert. Außerdem wurde festgestellt, dass jede Anhebung des Serumspiegels von Alpha-Carotin um eine Einheit zu einer Reduzierung des Wurzelkariesrisikos um 9 Prozent führte. Weitere Studien sind erforderlich, um eine mögliche Wirksamkeit von Alpha-Carotin zu bestätigen.

Das Wichtigste in Kürze

Wurzelkaries spielt aufgrund der demografischen Entwicklung in der zahnärztlichen Praxis eine zunehmende Rolle. Wer die eine Wurzelkaries begünstigenden, oben dargestellten Faktoren kennt, kann gezielt intervenieren.

Quellen
  • [1] Jordan AR, Micheelis W. Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V). Institut der Deutschen Zahnärzte 2016. iww.de/s14825
  • [2] Jordan AR et al. Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS VI). Institut der Deutschen Zahnärzte 2025. idz.institute/dms6
  • [3] Alyamani S, Mira R, Sabbah W. Association Between Multimorbidity and Root Caries Among Older American Adults. Dent J (Basel). 2025 May 23;13(6):232. doi.org/10.3390/dj13060232.
  • [4] Scholz KJ, Buchalla W. Wurzelkaries – kennen, erkennen, erfolgreich therapieren. ZWR 2019; 128: 501–509. thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/a-1011-7974
  • [5] Jiang L et al. Identification of Risk Group for Root Caries and Analysis of Associated Factors in Older Adults Using Unsupervised Machine Learning Clustering. Clin Interv Aging. 2025 Apr 24;20:483–493. doi.org/10.2147/CIA.S520229.
  • [6] Tokumoto K et al. Risk factors for root caries annual incidence and progression among older people requiring nursing care: A one-year prospective cohort study. J Prosthodont Res. 2022 Apr 27;66(2):250–257. doi.org/10.2186/jpr.JPR_D_20_00272.
  • [7] Zak M et al. The Association Between Serum Alpha-Carotene and Root Caries in U.S. Adults: A Cross-Sectional Study. Life (Basel). 2025 Jul 26;15(8):1188. doi.org/10.3390/life15081188.

AUSGABE: ZR 1/2026, S. 11 · ID: 50645231

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