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>ImplantologieSo rechnen Sie Versorgungen mit Root-Membrane-/Socket-Shield-Technik richtig ab

Abo-Inhalt01.12.20259 Min. LesedauerVon Jasmin Klecker, ZMV, Dent-K GmbH

| Die Root-Membrane-Technik (auch Socket-Shield-Technik) erhält den vestibulären Bündelknochen durch Belassen einer dünnen Wurzelschale mit parodontalem Ligament, in die das Implantat unmittelbar inseriert wird. Doch während die chirurgische Methode zunehmend Verbreitung findet, bleibt die Abrechnung eine Herausforderung. |

Innovative Implantologie trifft auf analoge GOZ

Der Erhalt der knöchernen und gingivalen Strukturen ist insbesondere im Frontzahnbereich von großer Bedeutung. Während vor einigen Jahrzehnten das Primärziel noch eine feste prothetische Versorgung war, spielt heute auch die Ästhetik eine große Rolle. Die Root-Membrane-Technik kombiniert mehrere Schritte: Teil-Extraktion (palatinal/lingual), aufwendige Präparation der vestibulären Wurzelschale, Implantatinsertion, Einbringen von Eigenknochen oder Knochenersatzmaterial zwischen Wurzelschale und dem Implantatkörper und ggf. Membranabdeckung. Die Root-Membrane-Technik ist nicht in der GOZ enthalten. Wichtig | Eine Extraktionsleistung, die die totale Entfernung eines Zahnes beschreibt, darf in diesem Fall weder über den BEMA noch die GOZ abgerechnet werden, da dies im Widerspruch zum Teilerhalt der Wurzelschale steht. Daher ist eine Analogberechnung nach § 6 Abs. 1 GOZ angezeigt.

Beratung und Planung: digital oder analog

Beratung und Planung im Vorfeld einer Versorgung mit der Root-Membrane-Technik lassen sich wie folgt abrechnen:

Digitale Planung

Eingehende Untersuchung

0010 GOZ

Beratung (Erstberatung)

Ä1

Erstellung eines Heil- und Kostenplans

0030 GOZ

DVT

Ä5370, Ä5377

Virtuelle Implantation oder Simulation

XXXXa GOZ (§ 6 Abs.1)

Optisch-elektronische Abformung, einschließlich vorbereitender Maßnahmen

0065 GOZ

Computergestützte Auswertung zur Diagnose und Planung

XXXXa GOZ (§ 6 Abs.1)

Implantatbezogene Analyse und Vermessung des Alveolarfortsatzes

9000 GOZ

Eingehende Beratung zur Planung und OP Dauer über 10 Min.

Ä3

Zahntechnische Leistungen können sowohl praxisintern als auch über ein Fremdlabor erbracht werden. Eigenlaborleistungen umfassen beispielsweise das Anlegen von CAD-Datensätzen, Bearbeitung von Rohscans, Matching von Datensätzen (DVT und Intraoralscan) sowie den Versand der finalen Daten.

Erfolgt die optisch-elektronische Abformung digital, muss der Aufwand für die Herstellung einer Navigationsschablone nicht zwingend gesondert berechnet werden. Wird hingegen klassisch abgeformt, kann für den zusätzlichen Aufwand eine Analogleistung nach § 6 Abs. 1 GOZ angesetzt werden.

OP-Ablauf Socket-Shield und Implantation

Symptombezogene Untersuchung

Ä5

Anästhesie

0090/0100 GOZ

Aufwendige Präparation einer vestibulären Wurzelschale (Socket-Shield-Technik) zur Erhaltung des Bündelknochens und Einbringen von Knochenersatzmaterial

XXXXa GOZ( § 6 Abs.1)

Verwenden einer auf dreidimensionale Daten gestützten Navigationsschablone / chirurgischen Führungsschablone zur Implantation

9005 GOZ

Implantatinsertion

9010 GOZ

OP-Zuschlag

0530 GOZ

Einbringen einer Membran einschließlich Fixierung

4138 GOZ

Röntgenuntersuchung Zahnfilm oder OPG

Ä5000 / Ä5004

Freilegung

Symptombezogene Untersuchung

Ä5

Beratung (OP: Ablauf, Freilegung)

Ä1

Röntgenuntersuchung Zahnfilm oder OPG

Ä5000 / Ä5004

Anästhesie

0090/0100 GOZ

Implantatfreilegung

9040 GOZ

Röntgenaufnahme Zahnfilm oder OPG

Ä5000 / Ä5004

Wahl der Analogposition

Bei der Analogleistung nach § 6 Abs. 1 GOZ wird eine vergleichbare GOZ-Leistung gesucht, die in Art, Kosten- und Zeitaufwand dem tatsächlich erbrachten Eingriff am nächsten kommt. Bei der Root-Membrane-Technik bietet sich ein Vergleich mit resektiven Eingriffen an. Aufgrund der minimalinvasiven Präparation und der teilweisen Entfernung des Zahnes sollte jedoch der konkrete Zeit- und Materialaufwand besonders sorgfältig bewertet werden. Auch der Praxisstundensatz darf an dieser Stelle nicht vernachlässigt werden. Die ausgewählte Leistung wird in der Rechnung mit einem „a“ gekennzeichnet.

Beispiele für die Leistungsbeschreibung

  • „Aufwendige Präparation einer vestibulären Wurzelschale zur Erhaltung des Bündelknochens und Einbringen von Knochenersatzmaterial (Socket-Shield-Technik), entsprechend GOZ-Nr. XXXX.“
  • „Chirurgische Teil-Extraktion mit Erhalt der bukkalen Wurzelschale und Einbringen von Knochenersatzmaterial im Rahmen der Root-Membrane-Technik, entsprechend GOZ-Nr. XXXX.“

Praxistipp | Klären Sie den Patienten ausführlich über die innovative Methodik, aber auch über mögliche Erstattungsprobleme durch die PKV oder Beihilfe auf. Der Patient sollte nicht nur die medizinischen Vorteile verstehen, sondern auch in einem eventuellen Nichterstattungsfall Ihr Partner bleiben. Durch transparente Aufklärung und eine rechtssichere schriftliche Planung sichern Sie nicht nur die Abrechnung, sondern auch die langfristige Patientenbindung.

AUSGABE: PA 12/2025, S. 9 · ID: 50541465

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